Schulranzen statt Plastiktüten
Lions-Club Altötting-Burghausen startet Sammelaktion für Kinder in Togo

Plastiktüten, Säcke, Schiefertafeln unterm Arm: So kommen die Kinder in Zooti heute zur Schule. Der Lions-Club Altötting-Burghausen sammelt deshalb gebrauchte Schulranzen. | Foto Helmut Radecker
Altötting: Ausgediente Schulranzen verstauben auf vielen Dachböden. In Togo könnten sie Kindern den Alltag spürbar erleichtern. Der Lions-Club Altötting-Burghausen sammelt deshalb bis Montag, 31. August, gebrauchte Schulranzen und Rucksäcke in gutem Zustand. Sie gehen mit einem Hilfstransport für das neue Krankenhaus im Dorfkönigreich Zooti auf die Reise nach Westafrika. Abgegeben werden kann an drei Stellen in Emmerting, Altötting und Burghausen.
Wer in Togo auf dem Land zur Schule geht, hat oft einen weiten Weg vor sich. Viele Kinder laufen jeden Tag mehrere Kilometer zu Fuß, bei Hitze und in der Regenzeit auf aufgeweichten Pisten. Ihre Hefte, Bücher und Stifte tragen sie dabei in einer Plastiktüte, die schnell reißt und bei Regen keinen Schutz bietet. „Ein richtiger Schulranzen ist für diese Kinder eine echte Erleichterung“, sagt Past-Präsident Helmut Radecker, der die Togo-Projekte des Clubs betreut. „Er hält die Schulsachen trocken, lässt die Hände frei und hält jahrelang.“
Gesucht werden gebrauchte Schulranzen und Rucksäcke in gutem, gebrauchsfähigem Zustand. Wichtig sind intakte Reißverschlüsse, Schnallen und Tragegurte. Der Club nimmt auch Federmäppchen sowie weiteres Schulzubehör gerne entgegen, etwa Stifte, Hefte, Lineale, Radiergummis, Zirkel oder Malkästen. Gerade jetzt in den Sommerferien finde sich in vielen Haushalten ein Ranzen, der ausgedient hat, aber noch viel zu schade zum Wegwerfen sei, so Radecker.

Die Reise treten die Ranzen in einem Schiffscontainer an, mit dem der Lions-Club ohnehin Krankenbetten und Ausstattung für das gemeinsam mit der PiT-Togohilfe e.V. errichtete Krankenhaus in Zooti verschickt. Für die Ranzen entstehen dadurch keine eigenen Transportkosten. Wer die Aktion darüber hinaus unterstützen möchte, kann sich mit einer Geldspende an den Containerkosten von rund 8000 Euro beteiligen.
Abgegeben werden können die Ranzen an drei Stellen in der Region (siehe Rubrik).
Wichtig ist der Termin: Weil der Container gepackt und auf den Weg gebracht werden muss, endet die Sammelfrist am Montag, 31. August. Der Club würde sich auch freuen, wenn Schulen und Vereine den Aufruf weitertragen und unter ihren Schülern, Eltern und Mitgliedern sammeln. Wer auf diesem Weg größere Mengen zusammenbekommt, kann sich zur Abstimmung vorab beim Club melden.
Die Sammelaktion ist Teil des längerfristigen Engagements des Lions-Clubs Altötting-Burghausen in Togo. Zuletzt hatte der Club rund 120 000 Euro für den Neubau des Krankenhauses in Zooti eingeworben, das im November 2025 in Anwesenheit tausender Menschen eröffnet wurde. Bereits in den 1990er-Jahren finanzierte der Club eine
Krankenstation im Norden des Landes, die sich heute selbst trägt. Bildung und Gesundheit gehören dabei zusammen, betont Radecker: „Wer gesund ist und zur Schule gehen kann, hat im eigenen Land eine Zukunft.“
Damit verbindet der Club einen Gedanken, der weit über das einzelne Projekt hinausreicht. Wer in seiner Heimat eine Perspektive hat, eine Schule besuchen und im Krankheitsfall behandelt werden kann, muss sein Land nicht verlassen. „Hilfe vor Ort ist ein wirksamer Beitrag dazu, dass Menschen gar nicht erst fliehen müssen“, sagt Past-Präsident Radecker. „Ein gebrauchter Schulranzen ist dabei nur ein kleiner Baustein.
Aber er gehört dazu, und er kostet niemanden mehr als ein wenig Mühe beim Aufräumen.“ - red
Sammelstellen für Schulranzen und Schulzubehör:
masitcon GmbH, Holzwagner 2, Emmerting (Montag bis Freitag)
Intersport Siebzehnrübl, Martin-Moser-Straße 27, Altötting (Montag bis Samstag)
Versicherungsagentur Becker, Marktler Straße 22, Burghausen (Montag bis Freitag)
Wer die Aktion mit einer Geldspende unterstützen möchte:
Hilfswerk Lions-Club Altötting-Burghausen e.V.
IBAN: DE47 7116 0000 0000 1773 00
BIC: GENODEF1VRR
Verwendungszweck: „Container Togo“
Quelle: Passauer Neue Presse vom 08.08.2026