"Zammad" berührt die Herzen
Gänsehautmomente und gelebte Inklusion: Viel Beifall für ein ganz besonderes Konzert

Burgkirchen. Es gibt Konzertabende, die weit über die Musik hinausgehen. Abende, die Menschen zusammenbringen, Grenzen überwinden und eindrucksvoll zeigen, wie viel entstehen kann, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Ein solcher Abend war die Premiere des Konzertprojekts „Zammad“ am Sonntag im bis auf den letzten Platz gefüllten Burgkirchner Bürgerzentrum. Was dort auf der Bühne geschah, war weit mehr als ein musikalisches Ereignis: Es war ein bewegendes Bekenntnis zu Gemeinschaft, Freude und gelebter Inklusion.
Unter der Federführung des Lions-Clubs Altötting/Burghausen entstand in Zusammenarbeit mit der Konrad-von-Parzham-Schule, den Ruperti-Werkstätten und dem Musiker Alfons Hasenknopf ein Konzert, das seinem Namen alle Ehre machte.
Hasenknopf brachte seinen rund 40-köpfigen Jodelchor mit, dazu standen der Chor und die Band der Ruperti-Werkstätten sowie die Formation „Firehearts“ der Konrad-von-Parzham-Schule auf der Bühne. Unterschiedliche musikalische Erfahrungen, unterschiedliche Voraussetzungen und doch eine gemeinsame Begeisterung, die sich von der ersten Minute an auf den voll besetzten Saal übertrug.
Was diesen Spätnachmittag so besonders machte, war nicht allein die Musik, sondern vor allem die spürbare Freude, mit der die Musikerinnen und Musiker bei der Sache waren. Mit leuchtenden Augen, großem Engagement und einer ansteckenden Begeisterung wurde gesungen und miteinander gelacht. Die Aufregung vor dem Auftritt gehörte dabei genauso dazu wie die Freude über jeden gelungenen Ton. „Ich bin a aufgeregt, des ghört dazua!“, bekannte Alfons Hasenknopf lächelnd. Ein Satz, der viel über die Atmosphäre dieses Nachmittags verriet: Hier musste niemand perfekt sein.
Hier durfte jeder Mensch mit seiner Persönlichkeit, seinen Fähigkeiten und seiner Freude an der Musik Teil des Ganzen sein.
Für wahre Gänsehautmomente sorgte Hasenknopf mit seinem Jodelchor. Die kraftvollen Stimmen füllten den Raum und berührten das Publikum sichtlich. Besonders eindrucksvoll zeigte sich das Motto des Nachmittags „Zammad“ beim gemeinsamen Auftritt zum Ende des Konzerts. Die verschiedenen Gruppen fanden auf der Bühne zusammen und schufen einen musikalischen Höhepunkt, der die Idee von „Zammad“ auf berührende Weise auf den Punkt brachte. Bemerkenswert dabei: Die Mitglieder von Hasenknopfs „Mensch drin“-Jodelchor hatten zuvor nicht mit den anderen Beteiligten geprobt. Dennoch begegneten sich die Protagonisten des Konzerts mit einer Offenheit und Natürlichkeit, als wäre das gemeinsame Musizieren längst selbstverständlich.
„Das war ein Musterbeispiel für gelebte Integration“, freute sich Hans Steindl. Der Ideengeber und Organisator sah sich in der Idee bestätigt, Menschen durch Musik zusammenzubringen. Der lang anhaltende Applaus zeigte, wie sehr das Publikum diese Botschaft verstanden hatte. „Dieses Projekt bedarf unbedingt einer Wiederholung“, versprach Steindl. Die Spenden, die bei dem Gratiskonzert gesammelt wurden, kommen verschiedenen Einrichtungen in der Region zugute. Petra Pichler
Quelle: Passauer Neue Presse vom 20.10.2026